Pressemitteilung Bürgerbündnis Nordheide gegen Eisenbaunneubautrassen e. V.

19.04.2016

Frischer Wind beim Bürgerbündnis Nordheide

Großer Andrang herrschte auf der außerordentlichen Mitgliederversammlung des Vereins Bürgerbündnis Nordheide gegen Eisenbahnneubautrassen e.V., die jüngst (14.04.2016) im Bahlburger Dörpshus stattfand. Dabei ging es um nichts weniger als die Frage, ob der Verein aufgelöst oder weitergeführt werden soll. Zum Hintergrund: Der Verein hatte sich gegründet, um sich gegen die von der Bahn AG entwickelten Alternativpläne zum Bau der Y-Trasse zu wehren.

Für das Bürgerbündnis Nordheide stand dabei der Kampf gegen eine Neubaustrecke zwischen Ashausen und Unterlüß/Suderburg im Vordergrund. Das Bündnis lehnt aber generell Neubaustrecken ab und setzt auf betriebliche Optimierungen und einen maßvollen bedarfsgerechten Ausbau des Bestandsnetzes . Das vom Land Niedersachsen initiierte „Dialogforum Schiene Nord“ als eine neue Form frühzeitiger Öffentlichkeitsbeteiligung bei verkehrlichen Großprojekten führte zum Erfolg. Das Forum, an dem auch Vertreter des Bürgerbündnis Nordheide teilnahmen, sprach sich mit großer Mehrheit für die sog. Alpha-E-Variante und damit für eine Ausbaulösung aus. Einige Vorstandsmitglieder waren der Meinung, dass der Verein sein Ziel, die Verhinderung von Neubaustrecken, erreicht hat und aufgelöst werden kann. Andere Vorstandsmitglieder warnten vor diesem Schritt. Ihre Argumente: Noch ist keineswegs sicher, ob die Alpha-Lösung als vordringlicher Bedarf in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen wird. Nur dann besteht die Aussicht, dass sie im Bundeshaushalt finanziert und ihre Umsetzung durch vom Bundestag zu beschließende Ausbaugesetze gewährleistet wird. Hamburg favorisiert nach wie vor eine 2gleisige Neubaustrecke. Der Landkreis Lüneburg unterstützt inzwischen die sich an der Strecke Lüneburg – Uelzen formierenden Bürgerinitiativen, die sich gegen ein 3.Gleis wehren.

„Wenn sich diese Kräfte durchsetzen, wird es keine Alpha-E-Variante geben und die Diskussion über Neubaustrecken beginnt von vorn. Vor diesem Hintergrund wäre es fahrlässig, unseren Verein aufzulösen. Ganz im Gegenteil: wir müssen uns machtvoll dafür einsetzen, dass der im Dialogforum Schiene Nord gefundene breite Konsens füreine Ausbaulösung Bestand hat. Dazu gehört auch eine intensive Mitarbeit im Projektbeirat, der die Umsetzung der Alpha-Variante sicherstellen soll.“ ist Dr. Günter Timm aus Betzendorf überzeugt.

Mit großer Mehrheit folgte die Mitgliederversammlung diesen Argumenten und erteilte den Befürwortern der Vereinsauflösung eine klare Absage.

Bei den anschließenden Vorstandswahlen wurde Dr. Timm einstimmig zum neuen Vorsitzenden gewählt.
In Ihren Ämtern bestätigt wurden Friedrich Goldschmidt als stellvertretender Vorsitzender und Dr. Albrecht Grupp als Schriftführer, beide aus Bahlburg. Neuer Schatzmeister ist Dr. Eckart Reichle aus Luhdorf.
In den erweiterten Vorstand wurden gewählt:
Hans Wille (Ashausen), Ulrich Lubda (Scharmbeck, Grevelau) Georg Niemann (Luhdorf), Peter Lindemann (Bahlburg), Henryk Reimers (Kirchgellersen, Südergellersen), Frank Albrecht (Betzendorf) und Dr. Randolf von Estorff (Barnstedt)

Friedrich Goldschmidt
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